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Logbuch der Anthana << aktueller Logbucheintrag


03.08.2007 
Lat 55° 57,303' N      Lon 015° 42,248' E
Wohin weht uns der Wind: Utklippan, Skillinge oder Bornholm?
Ost 4-5, vorübergehend abflauend, später NW 5-6, zeitweise diesig, See später 1,5 m - so soll es werden.

WIr laufen mit Nordwind 2-3 aus, setzen schnell die Segel und segeln zuächst mit Westkurs auf die Ostküste Schwedens zu, um für für den bevorstehenden NW-Wind mehr Höhe zu haben. Solli geht unter der ANleitung des Wachführers Philipp Ruder - Niels und der Skipper werfen manchmal kluge Sprüche ein... Manchmal nieselt es ein bißchen.

Der Skipper will sich noch nicht festlegen, was das Tagesziel betrifft. Gut wäre ein großer Schlag - bspw. nach Skillinge oder nach Bornholm. Aber beides wäre ein langer Törn am äußeren Rand der Hanö-Bucht - womöglich mit viel WInd und Welle - und das bei Diesigkeit und tief hängenden Wolken bei Nieselregen. Viel WInd wird bekanntermaßen bei Sonnenschein als Spaßfaktor wahrgenommen und derselbe Wind bei dichter Bewölkung und gar Regen manchmal als Bedrohung... Also im Zweifel der Crew nicht zuviel zumuten. Dann wäre Utklippan als Zwischenziel ideal, allerdings ist der Hafen sehr eng, bietet laut Törnführer kaum Manövriermöglichkeiten und nur sehr schmale Zufahrten - kurzum: bei viel Wind will der Skipper diesen Hafen nicht anlaufen, sondern dann lieber Umwege in Kauf nehmen - bspw. Karlskrona.

Ab der 20 m -Linie der Ostküste Schwedens segeln wir mit einem Kurs, der alle Optionen offen läßt. Als es Mittags immer noch schwachwindig aus WNW weht, entscheidet der Skipper, dass wir Utklippan probieren und ggf. wieder rausfahren - Bornholm oder Skillinge wären heute zu weit. Die Osteinfahrt zwischen den beiden Schären, ist wirklich schmal - vielleicht 10m. Das Hafen-Becken ob der frühen Tageszeit noch nicht zu voll und wir können um 1445 längseits am Ostkai festmachen.

Utklippan ist wirklich als ANlaufstation zu empfehlen, viel Natur und Urigkeit. Der Leuchtturmwärter scheint gleichzeitig Hafenmeister, Kiosk-Besitzer, Cafe- und Restaurant-Betreiber zu sein - unterstützt von seiner Tochter. Und abends kommt er von der Süd-Schäre in den Hafen auf der Nord-Schäre gerudert - im blauen Sakko und Prinz-Heinrich-Mütze. Ein schwedischer LEuchtturmwärter im Original.


02.08.2007 
Lat 56° 15,935' N      Lon 016° 23,845' E
Tribut an den Südwind: Verkürzung des Etmals von Utklippan auf Grönhögen
S-SW um 4, langsam SE-drehend und etwas abnehmend soll es werden. Bedingt durch den Nord-Süd-verlaufenden Kalmarsund haben wir aber nur Südwind in der Stärke von 2-4.

Zuerst nutzen wir aber die Stadt Kalmar zum Bunkern von Wasser und DIesel, während Solli und Philipp Lebensmittel und Wein besorgen.

So laufen wir nach Ausschlafen und Bunkern erst um 1115 aus. Zuerst hofft der Skipper noch, aber dank des schwaches WIndes kommen wir nicht so recht voran...

Mitten in einer Wende verfängt sich eine Flaggenleine in der steuerbordseitigen Genuaschot. Zunächst fällt gar nicht auf, das die schwedische Gastlandflagge fehlt - erst Tags drauf.

Irgendwann wird das Tagesziel auf Grönhögen verkürzt - der Himmel bezieht sich auch langsam - und wir legen um 1715 in Grönhögen an. Diesmal aber nicht an der Innenseite der AUßenmole sondern am Innenkai, dessen Mauer nicht senkrecht abfällt sondern zum Waaser hin immer mehr zur Yacht wandert. Dazu kommen noch häßliche Bolzen, die aus der Mauer herausstehen doch dank der dicken Anthana Fender sind die zum Glück kein Problem. Lediglich ein rot gefärbter LKW-Reifen hinterläßt einen zarten Streifen auf der Außenhaut, den wir allerings einfach weg wischen können - ohne groß zu putzen.

Abends gibt es lecker Ananas-Curry auf Reis und gleichzeitig wertden die Frikadellen und der Kartoffelsalat für den nächsten Tag vorbereitet. Heinz und Bernd scheinen, um den Titel des besten Smutje und/oder Vater zu wetteifern... Beide engagieren sich unheimlich in der Küche und Heinz schmiert seit dem dritten Tag dem Skipper super Brote mit Gurke, Käse und Schinken für den Tag...

Zum schönen Segeln beim Sonnenschein, dem guten und vielfältigen Essen gesellt sich gute Laune und etliche running Gags: Der alte Mann, Liebling, Beamte, Jugend oder von unserem Dänen: Ein Schwede kämmt sich nur die Haare. Was es auch immer bedeuten soll...



01.08.2007 
Lat 56° 39,659' N      Lon 016° 21,999' E
Kreuzen durch den Kalmarsund
W-SW 4-5 sollen es werden, doch wir haben in der Landabdeckung nur W-SW 2-4 - eher SW und eher 3, denn 4, nur manche Böen sind dabei.

Allerings beim Ablegen drückt der WInd uns auf die Mole, sodass das Bugstrahlruder allein nicht reicht um frei zu kommen. Also EIndampfen in die Heckspring, Bug um 30-40 Grad von der Mole weg drehen und dann geht es.

Dann setzen wir erstmal nur die Genua, bis wir aus den Schären raus sind und setzen dann auch das Groß. Dank des SW-lichen Windes erreichen wir zunächst nur die Nordspitze von Öland . also Wende auf Westkurs bis dicht unter Land und dann wieder kreuzen. So get es bis zur Blauen Jungfrau und dieselbe scheint uns Glück zu bringen. Denn ab der Blauen Jungfrau dreht der Wind immer dann ein bißchen auf Nördlichere Richtungen, wenn wir es wegen des Fahrwassers brauchen...

Beim LT Siläsen bergen wir dann die Segel und eine Stunde später sind wir vor HEckboje in Kalmar fest. Wieder war es ein schöner sonniger Tag mit bestem Segelwetter. In Kalmar scheint sich die Saison zum ENde zu neigen, da der Hafen nur nich halb voll ist - vor drei WOchen war er noch ganz voll. Und die Sauna ist um 2130 auch nicht mehr zu erwärmen...


31.07.2007 
Lat 57° 42,220' N      Lon 016° 45,884' E
Nun aber: langes mitsegeln und kreuzen von Ankarudden bis Idö
NW um 6; W-drehend, etwas abnehmend, Schauerböe und vereinzelt Gewitter sollen wir lt. den offziellen Wetterfröschen bekommen. Windfinder.com meint, 6 Beaufort werden es nur im östlichen Teil der nördlichen Ostsee - wir sind aber im westlichen Teil, wo es eher W um 3-4 Bft. sein sollen.

Wir laufen um 0853 aus und setzen gleich nach Verlassen des Fahrwassers die Segel - noch in den Schären. Zunächst haben wir tatsächlich W 4 und laufen bis zu 8,3 kn - um 1130 weichen wir einem Frachter ohne Flagge aus, der aussieht wie ein Seelenverkäufer. Kurz danach frischt es auf 4-5 auf und die Spitzengeschwindigkeit erreicht auch Dank der großen Genua fast 9 kn, obwohl der Wind mittlerweile auf WSW drehte.

Zwischen 1400 und 1500 dreht der Wind noch weiter rück: SWS! WIr segeln jetzt mit der Windfahnensteuerung des Autopiloten je nach Windstärke mit 35-42 Grad - teilweise segeln wir sogar mit Reff 2 im Groß - ab 1400 haben wir jedoch wieder Vollzeug gesetzt. Der Wind nimmt kontinuierlich ab und unsere Geschwindigkeit auch...

Ab 1850 weichen wir zum ersten Mal einer Gewitterfront aus und laufen erstmals nach Westen. Eine Stunde später Regen - für eine halbe Stunde... zwischen durch hören wir entferntes DOnnern und sehen auch Blitze und gen Osten auch einen schönen Regenbogen - gen Nordwesten den Sonnenuntergang - ein richtig großes Himmelsschauspiel, das uns da geboten wird!!! Um uns herum nur Meer und dieses Himmelsschauspiel. Die Herzen werden weit und der Skipper läuft was aus dem Auge...

Es dämmert früher und schneller als noch vor drei Wochen, als der Skipper das letzte Mal hier war - schätzungsweise eine Stunde früher.

Nach dem freien Meer begen wir uns in der fortgeschrittenen Dämmerung in die Schären - Dank Seekartenplotter und den guten Augen aller kommen wir um 2230 im Dunkeln in Idö an und machen längsseits an der Außenmole fest.


30.07.2007 
Lat 58° 48,042' N      Lon 017° 50,4' E
schwachwindiger Segeltörn von Nynäshamn nach Ankarudden
S-SW um 4; später W um 5 und See 1-1,5 m sollen es sein. Der Skipper will möglichst weit - am liebsten nach Öxelösund. Morgen soll es Südwestwind geben - deshalb wäre es schön, wenn wir schon möglichst weit westlich wären, um nicht so viel kreuzen zu müssen. DOch leider stimmen weder Windstärke noch -richtung. Zuerst kommt der Wind aus Süd mit 1-2 Beaufort und wir entscheiden uns zunächst für einen südöstlichen Kurs um aus den Schären heruaszukommen.

2 Stunden nach dem Diesel-Bunkern (um 1000) sind wir noch nicht wirklich weit gekommen... der Skipper reduziert das Tagesziel auf Ankarudden. WIr kreuzen uns um Landsort herum und laufen unter Vollzeug wieder hoch nach Norden, um in die Bucht vor Ankarudden zu kommen. Dort bergen wir die Segel und laufen die letzten 0,3 sm unter Motor durch die schmale Baggerinne zum Hafen, wo wir um 1615 längseits festmachen. 73 sm nach 2 Tagen sind viel zu wenig... morgen werden wir früh raus müssen.

Die Mitsegler sind zunächst ob der sanitären Einrichtungen (u.a. Trockentoilette) geschockt, finden aber nachher den kleinen Ort sehr niedlich und romantisch.


29.07.2007 
Lat 58° 54,0' N      Lon 017° 57,4' E
Auftakt Überführungstörn Stockholm - KIel
Die Wetterfrösche versprechen SW 5, später etwas abnehmend, Schauerböen, See 1 - 2m.

Na ja, in den Schären wird es bestimmt noch anders sein. Doch die Schauerböen sind tatsächlich da und auch diese Crew kann den Baggenstaket (ganz schmaler Kanal zwischen Stockholm und Boo und spart mind. 30 sm) leider nicht bei Sonnenschein genießen...

Wir wollen heute wenigstens den notwendigen Tages-Durchschnitt von rund 50 sm schaffen und ist das Tagesziel Nynäshamn - 20 sm südwestlich von Dalarö. Zum Schluß kreuzen wir uns durch das Schärenfahrwasser bis kurz vor Nynäshamn, bergen die Segel und klarieren die Yacht zum Anleger.

Solli verpaast mit dem Boj Grip den ersten Versuch, die Heckboje zu fangen, (eigentlich war der Skipper Schuld...) und wir müssen neu anlaufen - ein Schwede nutzt die Gelegenheit und legt an, doch ganz außen bleibt noch Platz für uns und Solly trifft beim zweiten Mal.


28.07.2007 
Lat 59° 19,6' N      Lon 018° 05,8' E
Beginn Rück-Überführungstörn / Segelreise Stockholm - Kiel
Schon gestern nachmittag haben alle neuen Mitsegler Anthana in Vasahamn besucht. Zuerst kam Niels, der Däne der in der Schweiz lebt. Dann kamen Bernd mit seiner Tochter Solvejg und zu guter letzt Philipp, der schon im letzten Jahr mal mitsegelte, mit seinem Vater und dessen Kumpel - die beiden älteren Herren bringen außer AIDA-Erfahrung keine Segelerfahrung mit. Insgesamt genau das umgekehrte Geschlechterverhältnis zum vorherigen Törn: eine Frau und fünf Männer (beim Alandstörn hatten wir fünf Frauen und ein Mann).

Heute treffen sie alle um 1200 ein und gegen 1230 beginnt wie üblich die Sicherheitseinweisung. Anschließend das Besprechen der Bunkerliste und gemeinsames Einkaufen im fremden Land mit ungewohnten Möglichkeiten. Liegt es an den Tipps durch die vorherige Crew oder an einer eventuellen Entscheidungsfreudigkeit: die Crew ist noch vor 1800 zurück und mit dem Verstauen der Lebensmittel und Getränke fertig. Allerdings fehlen ein paar Dinge, wie zum Beispiel Wein...

Gegen 1930 treffen wir uns mit Andrea und Hanna, die noch in der Stadt sind, zum Essen in Gamlastan - keine Reservierung, kein Platz. So wird es ein völlig überfüllter Pizza-Laden, in dem es höllisch warm ist und der scheinbar keine Schankerlaubnis für Wein besitzt. Aber immerhin wird der Hunger gestillt und zum Absacker gehen wir ein paar Straßen weiter. Dann mit der Fähre zurück nach Vasahamn und ab in die Koje.


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